2014: SommerTour Teil 1 - durch Ostnorwegen

Einen Überblick über den ersten Teil der Sommertour 2014 können Sie sich über folgenden Link machen:

ABREISE:

nebliger Start ...

nebliger Start ...

Mittwoch, 30. Juli 2014:
Gegen 08:30 Uhr kommen wir von zu Hause los. Nebeldunst ist unser Begleiter bis weit nach dem Thüringer Wald. Trotzdem kommen wir zügig und problemlos voran. Hinter Hannover kommt dann doch ein Hungergefühl hoch, so dass wir bei Wedemark auf den Autohof abbiegen und uns eine leckere Portion Sauerfleisch mit Bratkartoffeln gönnen.

Leider geht es mit der Fahrt dann nicht mehr so flott weiter. Baustellen, verbunden mit Stau's veranlassen uns wiederholt, die Autobahn zu verlassen und die Umleitung zu nehmen. Vor Hamburg ging es dann nur noch im Schritttempo weiter ... so haben wir bis zum Elbtunnel schon viel Zeit verloren.

Auch nach dem Elbtunnel wieder Baustelle mit Stau ... kurz vor 17 Uhr kommen wir in Kaltenkirchen am Stellplatz "Holsten Therme" an. Erschöpft, aber zufrieden setzen wir uns draußen in die Sonne ... der Urlaub beginnt !

Stellplatz "Holsten Therme"

an Bord

an Bord

Donnerstag, 31. Juli 2014:
Der Tag begrüßt uns mit strahlend blauem Himmel, so fängt ein Urlaubstag an !
Nach dem gemütlichen Frühstück fahren wir dann weiter nach Kiel. Dort steuern wir zielstrebig auf den Fährhafen, den Schwedenkai, zu. Wie erwartet, können wir dort problemlos bis nachmittag parken und so noch gemütlich durch die Stadt bummeln.

Kurz vor 15 Uhr sind wir zurück am Schwedenkai, kurz drauf beginnt die Einschiffung. So sind wir schon kurz vor 16 Uhr an Bord und haben unsere Kabine bezogen. Wir gehen oben an Deck und genießen die warme Nachmittagssonne, bis dann pünktlich um 18:45 Uhr die "Stena Scandinavica" vom Kai ablegt und mit einem großen Wendemanöver im Hafen dann diesen auch mit langsamer Fahrt verläßt.

Hafen -> Auslauf

Später gehen wir zurück in die Kabine, duschen ist angesagt. Dann kurz ein Bummel durch den Shop an Bord, nochmals auf Deck (wir können kurz den Sonnenuntergang genießen), dann wieder in die Kabine. Irgendwie sind wir trotzdem müde und fallen gegen 22 Uhr erschöpft in die Betten.

Freitag, 01. August 2014:
Die Nacht war recht unruhig ... nicht wegen Schiff oder Klimaanlage, sondern wegen "Spätheimkehrern", die um 2 Uhr morgens lauthals singend durch die Gänge ziehen ...

Morgens ab 7 Uhr genießen wir das Frühstücksbuffet an Bord. Es ist nicht besonderes, aber auch nicht wirklich schlecht. Der Service war auch bestens bemüht, fehlendes sofort aufzufüllen und die Wartenden zufrieden zu stellen.

Gut gesättigt gehen wir an Deck und genießen die Einfahrt in die Schärenküste vor Göteborg.

Schärenküste vor Göteborg

Pünktlich um 09:15 Uhr legen wir in Göteborg an. Da wir diesmal auf dem 2. Oberdeck stehen, dauert es fast bis 10 Uhr, bis wir vom Schiff herunterkommen. Aber dann kommen wir gut voran. Unser erster Halt ist der "ICA Maxi" Supermarkt in Kungälv, hier decken wir uns mit Getränken und Lebensmitteln ein.

Die weitere Fahrt geht bis Munkedal die E6 entlang, dort schwenken wir auf die Reichstraße 165 ab und halten uns in Richtung Halden (Norwegen). Schnell erreichen wir den "Södra Bullaresjön" und halten an dessen Nordspitze für eine Kaffeepause. Wir schaffen es sogar, die Füße in das angenehm warme Seewasser zu halten.

R165 & Södra Bullaresjön

Es ist nicht mehr weit bis zur Grenze zu Norwegen. Wenige Kilometer vorher fahren wir den "Bullarebygdens Fam. Camping" an ... eine gute Entscheidung, wie sich dann herausstellt. Direkt am "Norra Bullaresjön" gelegen, ist er ruhig und gemütlich zugleich.

Wir genießen den restlichen Nachmittag am Platz draußen in der Sonne und lassen auch den Abend gemütlich auf uns zukommen.

Bullarebygdens Fam. Camping

Allerdings lässt schon der frühe Abend nichts Gutes vermuten ... circa 50m von uns entfernt wird gerade die Soundanlage dreier im Pulk stehender Wohnwagen getestet ... laut ... sehr laut !

Dass vorne am Restaurant gerade eine Band das spielen anfängt, ist dabei noch zu akzeptieren. Diese hört auch kurz vor 23 Uhr (dann ist Platzruhe) auf zu spielen. Aber dann kehren die "Nachbarn" lautstark zu ihren Fahrzeugen zurück ... an Ruhe ist nun in keinster Weise mehr zu denken. Bis weit nach Mitternacht dringt der Lärm von Musik, Unterhaltung, kreischender Mädchen und und und ... ungehindert zu unseren Ohren.

Bullarebygden - Haus am See

    • Bullarebygden - Haus in toller Lage beim Campingplatz

Riksgräns Norge

Riksgräns Norge

Samstag, 02. August 2014:
Dementsprechend unausgeschlafen kriechen wir morgens aus den Betten. Kinder aus dem Wohnmobil nebenan spielten schon um 7:30 Uhr draußen ... sonst ja kein wirkliches Problem, aber nach so kurzer Urlaubsnacht auch nur nervig !

Nach dem Frühstück brechen wir auf zur Weiterfahrt. Nur 2 - 3 Kilometer legen wir zurück, dann sind wir schon in Norwegen und steuern die kleine Stadt Halden an. Ziel ist es hier, norwegische Kronen zu erstehen, um Bargeld für den norwegischen Teil der Tour dabei zu haben. Etwas außerhalb des Stadtzentrums parken wir bei einem Einkaufszentrum und finden auch hier einen Geldautomat.

So ist der erste Einkauf in einem norwegischen Supermarkt gesichert. Vorsichtshalber rechnen wir die Preise nicht sogleich um, sonst wären wir wohl ohne Einkauf wieder herausgekommen ;-)

So fahren wir dann weiter in nördliche Richtung. Auch heute halten wir uns von der E6 fern und steuern das Städtchen Askim über Landstraßen an. In Askim finden wir schnell einen Parkplatz und so können wir in die Stadt laufen. Das "Askim Torget", ein Einkaufszentrum in den ehemaligen Fabrikhallen der Reifenfabrik "Viking" ist unser Anlaufpunkt.

Mittlerweile ist es schon früher Nachmittag und der kleine Hunger meldet sich zu Wort. Im Einkaufszentrum finden wir das "Stamsted Cafè", welches auch kleine warme Gerichte anbietet. Wir bestellen uns "Fish & Chips" für 129 NOK ... hier rechnen wir um ... das sind sage und schreibe 15,50 Euro !!!

Nun gut ... wenigsten kostet der Refill vom Kaffee nichts extra, aber der ist eh so stark, dass man besser nicht mehr als zwei Tassen trinkt !

in Langhus

in Langhus

- bei Kurt !

Wir fahren weiter zu unserem heutigen Tagesziel: die Ortschaft Langhus, ca. 20km südlich von Oslo. Im Vorfeld haben wir uns dort mit Kurt verabredet, einem früheren Schulfreund von Rainer, der seit dem Ende der siebziger Jahre in Norwegen lebt.

Als wir in die Einfahrt fahren, werden wir sogleich wie alte Freunde begrüßt. Es ist Kaffeezeit und wir lassen und gerne ein wenig verwöhnen. Wir reden und reden ... die Zeit vergeht wie im Fluge. Dann werden wir gefragt, ob wir Lust ein ein kurzes Sightseeing haben ... wir haben natürlich !!!

Kurt fährt uns als erstes zur Kanonenstellung bei Drøbak, von dort oben hat man einen herrlichen Blick auf den Oslofjord und auf die Festung Oscarsborg im Fjord. Weiter geht es dann in die Altstadt und an den Yachthafen.

Info Drøbak (Quelle: WIKIPEDIA):

Drøbak ist eine Ortschaft am Ostufer des Oslofjords in Norwegen. Es ist das Verwaltungszentrum für die Kommune Frogn in Akershus und hat 13.006 Einwohner (Stand 1. Januar 2012). In erster Linie hat Drøbak touristische Bedeutung. In der Stadt gibt es viele pittoreske Häuser sowie Kunstgalerien und kleine Geschäfte. Dort gibt es auch ein Weihnachtspostamt. Der deutsche Schwere Kreuzer Blücher wurde am Morgen des 9. April 1940 in der Nähe von Drøbak versenkt. Im Rahmen des Unternehmens Weserübung transportierte das Schiff Soldaten mit dem Ziel, Oslo einzunehmen. Die Versenkung gab König Haakon und der Regierung die nötige Zeit, Oslo mit der norwegischen Goldreserve zu verlassen.

Mittlerweile ist es schon fast 20 Uhr geworden, bei uns allen macht sich doch so langsam ein Hungergefühl bemerkbar. So fährt uns Kurt zurück zu seinem Haus und spendiert uns ein gemütliches Abendbrot. Anschließend plaudern wir noch bis spät in die Nacht ...

Sonntag, 03. August 2014:
Wir verbringen eine ruhige Nacht und finden uns zum gemeinsamen Frühstück gegen 9:30 Uhr bei Kurt im Hause ein. Auch heute noch viel Plauderei über Gott und die Welt. Gerne wären wir noch länger geblieben, aber die Reise geht für uns weiter.

Vorbei an Oslo fahren wir die E6 gen Norden. Wir steuern den Mjøsa See an, genauen den kleinen Ort Byrud. Dort gibt es den "Byrud Gård", ein Hof bei einem Smaragdbergwerk. Angesichts der feuchten Wege und Wiesen verzichten wir auf eine Besichtigung und schauen uns nur die Austellungen an.

Byrud Gård

Auf der Weiterfahrt dann das unerwartete: Mona sieht auf eine Wiese neben der Autobahn eine Elchkuh. Leider sind wir zu schnell vorbei ... Rainer kann sie nicht mehr sehen, da eine Großbaustelle seine Aufmerksamkeit fordert.

Bei der Ortschaft Ottestad (ca. 20km südlich von Hamar) biegen wir ab von der E6 und besuchen das "Norwegische Auswanderermuseum". Das Museum beinhaltet sowohl Innen- als auch Außenbereiche ... wir nehmen uns die Zeit uns beschäftigen uns mit dem Thema.

Norwegisches Auswanderermuseum

Nun steuern wir Hamar an. Schon von weitem sehen wir die auf dem Kopf stehende Form eines Wikingerschiffes ... das ist die "Hamar Olympiahalle" aus dem Jahre 1994, die anläßlich der Olympiade in Lillehammer erbaut wurde.

Hamar Olympiahalle

Ein kräftiges Gewitter nutzen wir zu einer gemütliche Kaffeepause und beobachten dabei das rege Treiben auf dem Parkpklatz. Der Eissport scheint hier ein rege genutztes Freizeitvergnügen über das ganze Jahr zu sein.

Dann fahren wir durch die Stadt zum Museumsgebiet. Hier finden sich das Dommuseum und das Eisenbahnmuseum recht nahe beieinander. Auf Grund der widrigen Wetterlage verschieben wir die Besichtigung in der Hoffnung, dass morgen das Wetter etwas besser ... zumindest trockner wird.

So steuern wir den Stellplatz am Yachthafen an. Dieser ist lobenswerter Weise sogar kostenlos, bietet allerdings auch keine wohnmobilistische Infrastruktur. Aber das können wir verschmerzen.

Hamar Hafen

    • Blick über den Yachthafen zum Stellplatz

Während des Abendessens dreht der 150 Jahre alte Raddampfer "Skiblatner" seine Runde durch das Hafenbecken. Dies muss natürlich festgehalten werden.

Raddampfer "Skiblatner"

    • der 150 Jahre alte Raddampfer im Hafenbecken von Hamar

Info Hamar (Quelle: WIKIPEDIA):

Die norwegische Stadt Hamar hat 29.643 Einwohner (Stand: 30. Juni 2014). Hamar ist Verwaltungszentrum der Provinz (Fylke) Hedmark. Sie liegt am Ostufer des Mjøsa-Sees, etwa 130 Kilometer nördlich von Oslo.
Vorläufer war ein Machtzentrum bei Åker, am Knotenpunkt der wichtigen Nord-Süd-Verbindung von den Inlandsiedlungen zur Küste. Sie führte über den Mjøsa entlang den Flüssen Vorma und Glomma. Vom Mjøsa verlief außerdem der Verkehr in Richtung Schweden. Die Namen der umliegenden Höfe verweisen darauf, dass das Gebiet ein religiöser Mittelpunkt war. Hier wurde geopfert und hier traf man sich zum Thing. Außerdem spiegelt sich die Bedeutung der Stelle in zahlreichen Gräberfeldern und großen einzelnen Grabhügeln. Deren größter ist noch sechs Meter hoch und misst 60 Meter im Durchmesser. Hamar wurde 1152 am Mjøsa als Bischofssitz gegründet. Sie war die einzige mittelalterliche Stadt in Norwegen außerhalb der Küstenregionen. Bald folgten Domkirche, Kloster und Schule. 400 Jahre lang war Hamar eine der vier bis fünf zentralen Städte Norwegens. Der letzte katholische Bischof vor der Eroberung Hamars durch den dänischen Heerführer Truid Ulfstand 1537 war Mogens Lauritsson.
Im Jahr 1567 wurde die Domkirche vom Feldherrn des schwedischen König Erik, Johan Siggeson, zerstört. Daraufhin verließen die meisten Einwohner die Stadt. 1587 wurde der Markt auf königliche Anordnung geschlossen. Hamar verlor seinen Stadtstatus. Doch im Jahre 1849 wurde die Stadt einer königlichen Resolution entsprechend als administratives und ökonomisches Zentrum wieder aufgebaut. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wuchs Hamar kräftig, nicht zuletzt auf Grund seiner starken Nahrungsmittelindustrie und der damit verbundenen Landwirtschaft. 1992 wurde die Kommune Vang eingemeindet. Seit Gründung der Hochschule Hedmark im Jahr 1994 ist Hamar eine Universitätsstadt.
Während der Olympischen Winterspiele 1994 im nahe liegenden Lillehammer (Klein Hamar) war Hamar u.a. Austragungsort für Eiskunstlauf und Eisschnelllauf.

Nach dem Abendessen nutzen wir einen trockenen Moment für einen kleinen Spaziergang entlang der Hafenmole. Den restlichen Abend verbringen wir dann am Wohnmobil und hoffen auf eine ruhige Nacht.

Montag, 04. August 2014:
Unsere Hoffnung wurde nicht enttäuscht, wir hatten eine angenehme und sehr ruhige Nacht. Gut ausgeschlafen frühstücken wir gegen 9 Uhr und machen uns anschließend auf den Weg zum "Hedmarksmuseum".

Ob das Wetter wohl hält ? Wir wissen es nicht ... trotzdem bezahlen wir den Eintritt und besichtigen zuerst den Bereich vom alten Kloster. Dessen Ruinenreste wurden in den 60er Jahren als Museum umgebaut. Dabei wurde sinnvoll das Alte mit Modernem verbunden, so dass eine klare Trennung gut ersichtlich war.

Hedmarksmuseum - Klosterruine

Anschließend gingen wir weiter zu den Resten der alten Domkirche. Diese ist von einem riesigen Glaszelt abgedeckt und wird so vor weiteren Witterungseinflüssen verschont. Dazu kann man sich so auch gut ein Bild von der damaligen Größe der Domkirche machen.

Domkirchenruine

Der nächste Museumsbereich ist ein Freilandmuseum mit einer überschaubaren Anzahl von Häusern. Wir haben dabei das Glück, dass ein junges Fräulein uns alle Häuser öffnet und uns auch viel darüber erzählen konnte.

Überhaupt muss man feststellen, dass hier alle Mitarbeiter äußerst freundllich und zuvorkommend zu uns waren, das trifft man so doch recht selten an !

Freilandmuseum

Wer nun noch nicht genügend Bilder von dieser Besichtigung gesehen hat, dem kann an dieser Stelle mit einer Bildergalerie geholfen werden:

Info Hedmarkmuseum (Quelle: WIKIPEDIA):

Hedmark Museum:
Website: www.hedmarksmuseet.no
Das Hedmark Museum (Hedmarksmuseet og Domkirkeodden) ist ein archäologisches Museum und ein Freilichtmuseum in Hamar, Norwegen. Das Museum liegt auf einem Hügel direkt am Mjøsa-See direkt neben dem norwegischen Eisenbahnmuseum. Das Museum wurde 1906 gegründet und ist heute zusammen mit sechs weiteren Museen eine Abteilung des Hedmark fylkesmuseums.

Ruine des Doms und des Bischofspalasts:
Dieser Bereich besteht aus der mit einem Glasbau überdachten romanischen und gotischen Domruine von Hamar und den Ruinen des Bischofspalasts. Die Domruinen wurden nie entweiht und gehören kirchenrechtlich immer noch der katholischen Kirche. An einer Ausgrabungsstätte können sich die Besucher über den Stand der Arbeiten informieren. Große Teile der Stadt wurden nicht ausgegraben und Besucher können auf einem Feld außerhalb der Grenzen des Museums besuchen.

Freilichtmuseum:
Das ethnologische Museum zeigt das Leben der Bevölkerung der Hedmark vom 16. Jahrhundert bis in das frühe 20. Jahrhundert. Im Museum finden sich große Hofanlagen und Einzelgebäude aus der ganzen Region Hedmark. Darunter sind unter anderem große Bauernhöfe, kleine Häuser von Landpächtern und Hirtenhäuser die von Hirten während der Sommerweide benutzt wurden. Von den mehr als 65 unterschiedlichen Gebäuden wurden viele wieder in einen früheren Bauzustand zurückversetzt. Sie zeigen die unterschiedlichen Architekturstile in den Gemeinden Hamar, Stange, Løten und Ringsaker. Darüber hinaus besitzt das Museum mehr als 50.000 Objekte, die ältesten aus dem frühen 17. Jahrhundert.

Da das Wetter nun doch immer wieder mit kräftigen Regenschauern das Verweilen an der frischen Luft nicht so interessant macht, beschließen wir die Weiterfahrt und lassen den Besuch des Eisenbahnmuseums ausfallen.

Der nächste Halt ist nun die "Løiten Brænderi", eine ehemalige Schnapsbrennerei. Schnaps gibt es heute nicht mehr, dafür Kerzen und viel Kleinkrusch ohne Ende. Also für uns zum Stöbern genau das Richtige ;-)

Løiten Brænderi

Als nächstes fahren wir ein paar Kilometer weiter zum "Midtskogen Gård", eigentlich soll hier ein Hofladen sein, aber ist derzeit geschlossen dafür erfahren wir etwas über den gescheiterten Versuch der deutschen Truppen, die 1940 den norwegischen König und Regierungsbeamte festnehmen wollten.

Midtskogen Gård

Unserem Tourplan folgend fahren wir weiter nach Elverum. Das "Glomsdal Museum" ist hier unser Ziel. Viel Kultur heute, aber das Wetter hält. So besichtigen wir sowohl die Ausstellungen im Innenbereich als auch einen großen Teil des dazugehörigen Freilandmuseums.

Ein aufziehendes Gewitter veranlasst uns dann allerdings, im Haupthaus eine Kaffeepause einzulegen.

Glomsdal Museum

Mittlerweile ist es schon fast 16 Uhr. Zeit, eine Bleibe für die Nacht zu finden, am besten mit Dusche. Die schwül-warme Luft der letzten Tage macht dies erforderlich. Die Wahl fällt auf den schön gelegenen Platz "Elverum Camping". Schnell haben wir unseren Platz und machen es uns gemütlich.

Elverum Camping

Allerdings ziehen um uns herum Gewitter vorbei und eine Wetterwand kommt gegen 18:30 Uhr dann doch zu uns und verwandelt binnen weniger Minuten den Campingplatz in eine Seenlandschaft. Es regnet dann noch bis in die Nacht hinein, hin und wieder von Donnergrollen begleitet.

Gewitter

Dienstag, 05. August 2014:
Eine sehr ruhige Nacht liegt hinter uns, die Gewitter haben sich verzogen. So frühstücken wir in Ruhe und beginnen mit der Weiterfahrt. Bei der Ausfahrt aus dem Campingplatz dann die Überraschung: ein Strom- / Laternenmast liegt quer über die Straße, gerade so kommen wir vorbei. Dies ist wohl einer der vielen Schäden aus der Gegend, die das gestrige Gewitter verursacht hat.

Gewitterschaden

    • ich war's nicht ... es war das Gewitter gestern !

Die weitere Tour führt uns heute zuerst nach Trysil. Eigentlich wollen wir in das Trysil Engerdal Museum, aber leider ist nichts ausgeschildert. Auch im Ortszentrum ist kein Hinweis zu finden.

So landen wir schließlich im Supermarkt und geben noch einen Teil unserer norwegischen Kronen aus. Anschließend fahren wir zur Kirche am Ortsrand leider können wir diese nur von außen besichtigen.

Trysil Kirche

    • an der Kirche - mit den Bergen im Hintergrund

Also geht es weiter wir fahren entlang des "Engeren Flusses" in Richtung Drevsjø, also weiter gen Norden. Kurze Zwischenstopps für ein paar Foto's müssen sein. Kurz vor Drevsjø kommen wir zum "Blokkodden Villmarksmuseum", dies steht auf unserem Tourplan, also nichts wie rein.

In dem Museum findet sich sehr viel Interessantes, so z.B. die Darstellung der südlichen Samen, die hier in der Gegend gelebt haben. Auch die Waldarbeit, Teergewinnung, Fischerei usw. sind Themen. Den Abschluß bildet eine kleine Mahlzeit: Rentierwurst (Rainer) und Rentierburger (Mona).

Blokkodden Villmarksmuseum

Wer nun noch nicht genügend Bilder von dieser Besichtigung gesehen hat, dem kann an dieser Stelle mit einer Bildergalerie geholfen werden:

So haben wir für heute auch den Bereich Kultur gut bewältigt und entschließen uns zur Weiterfahrt. In Vertrauen auf das Wetter beschließen wir eine Touränderung wir wollen doch nach Røros hinauffahren. Von Drevsjø aus sind dies 116 km, eine nicht zu große Entfernung.

Die Gegend wird immer einsamer. Wir kommen langsam in das norwegische Hochland. Die Straßen werden ebenfalls deutlich schlechter (wellig !). Mitten in der Einsamkeit dann ein "Supermarkt" mit Tankstelle, für uns ein Grund zum "Einkaufsbummel".

an der Reichsstraße 28

Aber dann geht es weiter. Kurz vor Os versuchen wir, über eine Schotterpiste einen freien Platz für die Nacht zu finden (mittlerweile ist es 17:30 Uhr), aber der Platz, den wir finden, ist uns nicht schön genug. So folgen wir den Anweisungen unserer "Blondie" (Navi) mit der Folge, dass wir ca. 8km engste Schotterpiste fahren dürfen. Aber wir kommen wohlbehalten auf die Reichsstraße 30, die direkt nach Røros führt.

Kurz vor der Stadt biegen wir auf den Campingplatz "Håneset Camping" ab und lassen uns dort für die Nacht nieder. Eine Empfehlung ist dieser Platz mit seiner Hanglage nicht wirklich. Es ist fast unmöglich, einen Platz für das Wohnmobil zu finden, an dem es halbwegs gerade auszurichten ist. Aber für die eine Nacht soll es wohl gut sein ...

Håneset Camping

Mittwoch, 06. August 2014:
Eine regenreiche Nacht liegt hinter uns. Ab 6 Uhr morgens macht sich die Straße wenige Meter hinter uns deutlich bemerkbar. Trotzdem schaffen wir es noch bis etwa 8:30 Uhr zu schlafen und stehen dann auf. Frühstück in aller Ruhe, draußen regnet es noch leicht.

Wir verlassen den Campingplatz uns fahren direkt in die Welterbe Stadt Røros und dort direkt zum Museum Smelthytta (Schmelzhütte). Schnell ein paar Bilder von den Außenanlagen, dann begeben wir uns in das Museum. Ausgerüstet mit Audiotechnik bekommen wir alle Erklärungen in deutsch. In aller Ruhe beschäftigen wir uns mit den einzelnen Austellungsbereichen. Besonderes Interesse wecken die als Modelle nachgebauten Werke aus den einzelnen Epochen des Bergwerkes und des Kupferabbaus.

Røros Smelthytta

Nun wollten wir eigentlich in die Stadt aber es regnet recht kräftig, so ziehen wir es vor, uns eine Tasse Kaffee bzw. Tee zu gönnen. Und tatsächlich, die Wartezeit hilft, es tröpfelt nur noch ein wenig, so wagen wir den Spaziergang in die Außenanlagen des Museums und zu der Siedlung der Bergleute mit den schönen alten Häusern.

Røros Bergarbeitersiedlung


Das Wetter hält so spazieren wir noch in die Stadt selbst, die wir ja schon seinerzeit im Jahre 2008 auf unserer ersten Norwegentour kennen lernen durften. Auch bei der stolzen Kirche kommen wir vorbei. Da hier Eintritt verlangt wird und wir praktisch keine norwegischen Kronen mehr haben, verzichten wir auf eine Besichtigung des Inneren.

Røros Stadt

Wer nun noch nicht genügend Bilder von dieser Besichtigung gesehen hat, dem kann an dieser Stelle mit einer Bildergalerie geholfen werden:

Info Røros (Quelle: WIKIPEDIA):

Røros ist eine Bergstadt in der gleichnamigen Kommune (Gemeinde) im mittelnorwegischen Verwaltungsbezirk Sør-Trøndelag nahe der Grenze zu Schweden. Seit der Mitte des 17. Jahrhunderts bis in die 70er Jahre des 20. Jahrhunderts wurde hier Kupfererz abgebaut, was das Aussehen der Stadt sehr geprägt hat. Die noch großteils erhaltene alte Bausubstanz hat Røros eine Eintragung auf der World Heritage List der UNESCO eingebracht.

Geschichte:
Bis Mitte des 17. Jahrhunderts war das Gebiet des heutigen Røros dicht bewaldet und Heimat für möglicherweise 6 7 Familien bzw. 10 15 Personen, die sich sowohl von Ackerbau wie auch von der Jagd und der Fischerei ernährten. Man erzählt, dass Hans Olsen Aasen 1644 bei der Jagd zufällig das erste Erz gefunden habe, was gewissermaßen der Anfang der Stadt sei, deren wechselvolle Geschichte 333 Jahre lang vom Kupfererz geprägt wurde. Hans Aasen gilt somit als "Vater" der Stadt und sein Aasen Gard (dt. "Aasen-Hof ) ist heute das älteste Gebäude von Røros und steht unweit der Kirche. Es gibt jedoch einige Indizien, die auf ein Schürfen des Erzes bereits um 1620 bzw. 1630 schließen lassen. Jedenfalls wurde 1644 die erste Grube in Røros von Lorentz Lossius (1589 1654) aus Lommatzsch in Sachsen offiziell in Betrieb genommen. Man nimmt an, dass er diese Grube zu diesem Zeitpunkt schon einige Jahre illegal geführt hat. 1645 begann er mit der zweiten Grube und im Jahr 1646 nahm die erste Schmelzhütte ihren Betrieb auf. In dieser Zeit wurde auch die erste Flussregulierung durchgeführt. 1651 wurde die erste Kirche unweit der heutigen eingeweiht. Weil Norwegen keine eigene Bergbautradition hatte, holte man Bergleute aus ganz Europa nach Røros, die die Gruben im Storvola anlegten. Ihnen und dem Namen des ersten Ingenieurs, Oskar Schwartz aus Deutschland, ist wahrscheinlich die Verballhornung des Namens Storvola in "Storvarts" zu verdanken. In den nächsten Jahrhunderten entstanden eine Reihe weiterer Bergwerke wie Hestkletten, Christianus Quintus, Nyberget und Olavsgrube. Letztere kann noch heute besichtigt werden. Im Laufe des 17. und 18. Jahrhunderts wurde Røros und die umliegenden Gruben bei kriegerischen Auseinandersetzung mit Schweden mehrmals niedergebrannt und wieder aufgebaut. Eine einigermaßen genaue Volkszählung in Dänemark-Norwegen aus dem Jahre 1769 ergab, dass damals in Røros etwa 2000 Personen lebten. Mehr als die Hälfte davon waren Bergleute mit ihren Familien. Der Rest war zum Großteil Bauern, die sich im Kupferwerk ein Zubrot verdienten. Zu den wenigen Handwerkern, die im Wesentlichen auch vom Werk abhängig waren, hatten die Gruben einen eigenen Priester, einen Arzt und eine Schule.


In den Jahren 1779 1784 wurde die verhältnismäßig große, achteckige Kirche gebaut. Sie kann als Zeichen für die wirtschaftliche Blüte des Gruben- und Schmelzbetriebes im 18. Jahrhundert angesehen werden. Während ein Grubenarbeiter etwa 50 Reichstaler im Jahr verdiente, kostete die Errichtung dieser Kirche 23.000 Reichstaler. Sie ist heute mit ihren 1.640 Sitzplätzen Norwegens drittgrößte Kirche nach der Kirche von Kongsberg und dem Nidarosdom. Der Bau der Røros-Bahn, die die Bergstadt mit Oslo (damals "Kristiania ) und Trondheim verbindet, wurde 1877 begonnen. Nachdem 1896 das Elektrizitätswerk Kuråsfossen in Betrieb genommen wurde, bekam Røros im Jahr darauf nach Paris und Hammerfest als dritte Stadt in Europa eine elektrische Straßenbeleuchtung. 1936 wurde das vorerst letzte Erzfeld entdeckt. Die Grube, die in den Jahren darauf dort in Betrieb ging, trägt den Namen Olavs-Grube, benannt nach dem damaligen Kronprinz Olav. Nach dem die Schmelzhütte 1953 zum dritten Mal niederbrannte, wurde sie endgültig aufgegeben. Ab diesem Zeitpunkt wurde das Erz nach Boliden in Schweden zur Weiterverarbeitung verfrachtet. 1977 erklärt sich Røros Kobberverk A/S bankrott und beendete mit der Stilllegung der letzten Grube die 333-jährige Bergwerkstradition. Zwei Jahre später wurde die Olavs-Grube für Besucher geöffnet, und 1981 eröffnete König Olav V. dort das Gruben-Museum. In diesem Zusammenhang bekam diese Grube die neue Bezeichnung "Kronprinz Olav Grube . 1980 nahm die UNESCO Røros in die World Heritage List auf und zehn Jahre später öffnete das Røros-Museum in der neuerrichteten Schmelzhütte zum ersten Mal seine Pforten.

Zurück am Parkplatz steigen wir ins Wohnmobil und starten auf der Reichsstraße 31 in Richtung schwedische Grenze. Der Himmel öffnet nun alle Schleusen, so haben wir uns Urlaub nicht vorgestellt

Wenige Kilometer weiter biegen wir von der Reichsstraße ab und fahren Schotterpiste. Ziel war eigentlich, einen schönen Platz am See zu bekommen. Irgendwann war die Straße zu Ende und wir kehrten um. Zurück auf der Reichsstraße kommen wir bald zum Ort Brekken. Dies ist der nördlichste Punkt unserer diesjährigen Tour, deshalb ein kurzer Halt bei der Kirche für ein paar Fotos.

Brekken Kirche

    • Brekken Kirche - der nördlichste Punkt unserer diesjährigen Tour

Grenze zu Schweden

Grenze zu Schweden



Wenige Kilometer weiter passieren wir die Grenze zum Nachbarland Schweden. Die Reichsstraße 31 heißt nun 84 und führt uns in Richtung Funäsdalen.

Damit schließe ich hier den Teil 1 "Ostnorwegen".

Weiter geht es dann mit dem Teil 2 unserer Tour:

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