Donnerstag, 04. Oktober 2018:

Als wir gegen acht Uhr morgens aufstehen, haben wir eine sehr erholsame und ruhige Nacht hinter uns. Die Qualität der Betten ist bestens, die Matratzen sehr fest, aber trotzdem bequem ... so konnte sich der Körper gut entspannen und erholen.

Auf dem Balkon genießen wir kurz den Blick über Kaprun, vor allem zum "Schloss Kaprun." Dann gehen wir nach unten in den Frühstücksraum. Es sind nur zwei Tische eingedeckt, also ist nur ein weiteres Zimmer belegt. Wir sichten das bereit gestellte "Büffet", es ist übersichtlich, aber für die zu erwartenden vier Personen mehr als ausreichend. Der Kaffee steht auch schon bereit. Die Vermieterin begrüßt uns freundlich und bietet noch Eier zum Frühstück an, eine schöne Ergänzung, die wir gerne annehmen.

Nach dem guten Frühstück machen wir uns für den heutigen Tag bereit. Wir wollen zu den "Kapruner Hochgebirgsstauseen" fahren und diese besichtigen. Nach den gestrigen Erfahrungen mit dem Parkhaus wissen wir ja, dass wir eine der obersten Ebenen nehmen sollten :-)

Wir fahren los und verlassen Kaprun in die entsprechend ausgeschilderte Richtung zu den Stauseen. Am Deck 10 bekommen wir einen guten Parkplatz und spazieren dann zu der "Kesselfall Talstation".

Von hier aus beginnt die Auffahrt mit dem Postbus, der auch schon auf seine Fahrgäste wartet.

Mit unserer "Sommerkarte" (gespart: 22€/Person) steigen wir direkt ein und harren der Dinge, die da wohl nun auf uns zukommen werden ...

... manchmal ist es besser, wenn man vorher nicht alles weiß :-)

Es geht los ... der Postbus nimmt die enge Straße und die noch engeren Kurven und alles recht steil bergauf. Zum Glück sitzen wir ziemlich mittig im Bus, so bekommen wir nur begrenzt mit, wie eng die Tunnels sind, durch die wir hindurchfahren.

Unser Blick geht mehr zu den Seitenfenstern nach draußen ... die Sonne steht morgens um 10 Uhr noch recht niedrig, so kommt sie noch nicht in das Tal hinein. Es bietet sich ein eigenartiges Licht mit viel "Licht und Schatten", was aber durchaus seinen Reiz hat, vor allem für uns, die die Berge ja nicht so gewohnt sind.

Die Fahrt dauert nicht lange, und wir kommen an einem Wendeplatz an. Hier heißt es für uns aussteigen. Wie es weitergeht, ist uns in diesem Augenblick nicht so richtig klar, wir folgen den Menschenmassen, die sich in Richtung eines "Käfiges" bewegen.

Dieser Käfig erweist sich dann als "Schrägaufzug Lärchwand". Hier finden über 180 Personen Platz und bis zu 60 Tonnen Gewicht können nach oben transportiert werden ... wir sind ca. 50 Personen, das wird dann wohl klappen ;-)

Es dauert nicht lange, und der Aufzug setzt sich in Bewegung. Nach etwa drei viertel der Strecke kommen wir aus dem Schatten heraus direkt in die wohlig warme Sonne und wenig später legen wir an der "Bergstation" des Schrägaufzuges an.

Wer glaubt, nun am Ziel zu sein, wird herb enttäuscht sein. Es wartet abermals ein Postbus, der uns weiter nach oben bis zum "Stausee Mooserboden" bringen wird. Wir sind gespannt ... wir bekommen eher zufällig einen Sitzplatz ganz vorne, Mona hinter den Fahrersitz und Rainer direkt an der vorderen Eingangstür zum Bus. Nun steigt eine uniformierte junge Frau ein und nimmt auf dem Fahrersitz des Postbusses Platz.

Rainer schießt nur kurz durch den Kopf: "Frau am Steuer ... das wird .... " ;-)

Nun ... waren unten die Straßen schon eng ... es geht noch enger. Waren unten die Tunnels schon eng ... es geht noch enger. Ist der erste Bus schon zügig gefahren ... es geht noch zügiger.

Aber der grandiose Ausblick entschädigt für jeden Rutsch des Herzes in die Hosentasche und wir kommen (doch beinahe etwas unerwartet) wohlbehalten an der Haltestelle "Stausee Mooserboden" an.

Vom Busparkplatz aus hat mein einen traumhaften Blick zum unteren der beiden Stauseen, dem "Stausee Wasserfallboden". Im Hintergrund die bizarren Gipfel der Berge ... einfach fantastisch !!!

Der obere "Stausee Mooserboden" ist nur wenige Meter vom Busparkplatz entfernt, den möchten wir uns als nächstes ansehen.

Schnell haben wir den Weg zurück gelegt und bekommen den ersten und wirklich atemberaubenden Blick auf den oberen der beiden Stauseen, den "Stausee Mooserboden"

Die Gletscher im Hintergrund lassen erahnen, in welcher Höhe wir uns mittlerweile befinden ... es sind über 2000 Meter über dem Meeresspiegel, nicht schlecht !

Ebenfalls imposant ist der Blick zu den Gletschergebieten. Die Kamera bietet mit ihrem Zoombereich bis zu 600mm Brennweite (bezogen auf Kleinbild) durchaus faszinierende Möglichkeiten.

Wir spazieren weiter und nun bekommen wir freien Blick auf die größere der beiden Staumauern ... die "Moosersperre" (Stausee Mooserboden). Im Hintergrund die "Drossensperre", doch dahin kommen wir später.

Ein paar Fakten zur "Moosersperre": - Höhe: 107m, Länge 497m. Das Ganze ergibt dann eine verbaute Betonmenge von 665.000 m3 ... wir spazieren weiter und kommen nun direkt auf die Staumauer.

Die dem Staubecken abgewandte Seite der Staumauer zeigt schon recht deutlich die gewaltige Größe derselben. Schräg abfallend stemmt sie sich sicher gegen den Wasserdruck auf der anderen Seite. Wir brauchen uns also beim Spaziergang auf der Staumauer keine Sorgen zu machen ;-)

Wir wechseln stetig die Seite, um ja keinen Eindruck zu verpassen. Schließlich verändert sich mit jedem Meter Spaziergang die Sicht auf die Berge und die Staumauer und es gilt, nichts zu verpassen ...

Zwischen den beiden Staumauern befindet sich ja ein großer Fels, man kann ihn auch als einzelnen Berg betrachten, dieser ist sozusagen der "Stützpunkt" für die beiden Staumauern. Hier findet man einen Imbiss mit einer schönen Terrasse und die "Erlebniswelt Strom".

Wir gönnen uns eine Pause und stärken uns mit Kaffee bzw. Tee und genießen den tollen Ausblick von hier oben. Ebenfalls können wir die Postbusse beobachten, die die Serpentinen herauf- bzw. herunterfahren.

Aber wir sind ja nicht zum herumsitzen hier oben ;-)

Wir verlassen die "Erlebniswelt Strom" und spazieren weiter in Richtung zur zweiten Staumauer. Dazu nutzen wir den Weg durch den Berg, wir nehmen also den Tunnel.

Zum Glück ist hier i.d. Regel kein Fahrverkehr, so können wir ohne Sorge durch den gut beleuchteten Tunnel laufen.

Kaum aus dem Tunnel draußen, können wir einen ersten Blick auf die "Drossensperre" werfen. Wenn gleich etwas kleiner, sind auch ihre Daten beeindruckend: - Höhe: 112m, Länge: 357m. Verbauter Beton hier 335.000 m3, auch eine ganz schöne Menge. In gewohnter Manier spazieren wir auch hier auf der Staumauer entlang. Dabei bekommen wir auch einen schönen Blick auf die "Moosersperre".

So kommen wir an das Ende der zweiten Staumauer und stehen hier vor dem "Möllpumpwerk". Links neben dem Gebäude geht ein Weg steil nach oben, augenscheinlich führt er zu einer Berghütte (dem "Heinrich-Schwaiger-Haus"), die weit oben am Berg (auf 2802m Höhe) vor uns zu sehen ist.

Wir haben nicht vor, diesen Weg zu gehen und ziehen es vor, uns hier "unten" noch ein wenig umzusehen ... dabei gelingt uns das folgende Panoramabild vom "Stausee Mooserboden" (inkl. beider Staumauern):

Wir spazieren wieder langsam zurück. Der Sonnenstand hat sich mittlerweile geändert, das bietet wieder völlig andere Sichtverhältnisse. So sind mittlerweile einige Berge nicht mehr im Schatten.

Ebenfalls ist nun praktisch Windstille, so dass das Wasser fast spiegelglatt ist und sich die Berge darin schön spiegeln. Natürlich muss auch dies per Foto festgehalten werden.

Zurück am Restaurant in der Nähe des Busparkplatzes bekommen wir noch einmal einen traumhaften Blick auf den unteren der beiden Stauseen, den "Stausee Wasserfallboden".

Bevor wir aber die Talfahrt in Angriff nehmen, wollen wir noch etwas die Aussicht genießen. Das geht auf der Terrasse vom Restaurant ganz besonders gut.

Die Augen schweifen wiederholt vom Stausee zu den Gipfeln der Berge und wieder zurück. Es gilt den Augenblick zu genießen in Verbindung mit dem traumhaften Wetter heute bei besten Sichtbedingungen.

Der unteren der beiden Stauseen, der "Stausee Wasserfallboden" hat es uns doch noch irgendwie angetan, das grünblaue Wasser, die bizarren Berge im Hintergrund, das sind Eindrücke, die wir wohl nie vergessen werden.

Aber nun ... der Bus wartet und wir möchten ja auch mal wieder ins Tal zurück. Mit dem Busfahrer haben wir diesmal Glück, langsam und mit angemessener Vorsicht steuert er um die engen Kurven und die diversen Tunnels.

Mit dem Schrägaufzug geht es dann weiter nach unten und natürlich wieder mit dem Postbus das letzte Stück bis ins Tal.

Da wir hier nur einen Bruchteil der Bilder begleitend zum Bericht einbinden können, haben wir eine Bildergalerie erstellt, die die wichtigsten und ergänzenden Fotos enthält.

Wer also gerne weitere Bilder vom heutigen Tag sehen möchte ... hier die Bildergalerie (61 Bilder):

Es ist kurz vor halb drei Uhr, als wir das Parkhaus verlassen und langsam talwärts fahren. Wir sind noch etwas unternehmungslustig und lassen Kaprun hinter uns und fahren nach Mittersil. Das kleine Städtchen ist wirklich überschaubar und vor allem ist hier viel viel Durchgangsverkehr.

Wir spazieren durch die verschiedenen Gassen und kommen zur Kirche "Heiliger Leonhard". Schon an der pompösen Einrichtung erkennt man die katholische Glaubensrichtung. Für uns immer wieder beeindruckend.

Da uns der kleine Hunger zwickt, kehren wir am Stadtplatz im "Il Centro" ein und genießen leckere Ofenkartoffel (Mona) bzw. Pizza (Rainer). Gut gesättigt fahren wir zurück nach Kaprun zu unserer Pension.

Den restlichen Abend verbringen wir wieder auf unserem Zimmer.

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