von Haverslev nach Ejerslev
Samstag, 30. März 2024
Detaillierte Übersichtskarte für die Fahrt von Haverslev nach Ejerslev
Die Nacht verlief wieder einmal absolut ruhig ... wie schaffen wir das nur, immer so ruhige Stellplätze auszumachen ? Leider ist diese Serie an tollen und ruhigen Plätzen auch eher selten bei uns. Deswegen beschweren wir uns da keineswegs.
Heute geht es weiter der Nordseeküste entlang und zwar zuerst zurück an die "Jammerbucht" ... der Name der Bucht leitet sich von „Jammer“ aufgrund der vielen tödlichen Schiffsunglücken ab. Genauer gesagt fahren wir zum "Thorup Strand Landingsplads" (Link). Auch hier werden die Boote per Seilwinde an das Ufer gezogen bzw. zurück ins Meer.
Thorup Strand ist ein lebendiges kulturelles Umfeld und Nordeuropas größter Küstenlandeplatz. Der Strand und das Meer sind der Arbeitsplatz der einheimischen Fischer. Thorup Strand ist der einzige vollzeitbetriebene kommerzielle Küstenlandeplatz in Dänemark.
Das schauen wir uns doch mal mit Hilfe einer Bildergalerie näher an:
Als wir vom Landingsplads zurück zum Parkplatz laufen, kommen wir am "Thorup Strand Fiskehus" vorbei ... dem "Fischladen“, wie er umgangssprachlich genannt wird.
Der Laden verkauft nur Fisch von höchster Qualität, naturfreundlich und nachhaltig gefangen, möglichst immer von den Kuttern in Thorup Strand. In der Küche werden Fischgerichte komplett von Grund auf zubereitet, wie z.B. Fischfrikadellen mit Salat, frisch gebackenes Roggenbrot und hausgemachte Remoulade, in Roggenmehl gebratene Fischfilets oder Fish & Chips.
Leider haben wir im Moment noch keinen Appetit bzw. Hunger ... so ziehen wir weiter.
Unser nächstes Ziel liegt nur wenige Kilometer weiter (etwa 10km). Es ist zugleich auch das Ende der sog. "Jammerbucht" ... weiter westlich beginnt dann die "Vigsø Bucht". Wir sprechen übrigens vom "Bulbjerg Knude". Der "Bulbjerg" ist der einzige Felsen Jütlands, welcher sich 47 Meter über dem Meer erhebt und unter anderem auch als "Jütlands Schulter" bekannt ist. Außer Vogelfelsen auf der Insel Bornholm, ist dieser der einzige Vogelfelsen am Festland von Dänemark.
Ursprünglich war Bulbjerg eine vom Meer umgebene Insel, zumal der Felsen in der Wikingerzeit als eine Peilmarke diente, die die Öffnung der Nordsee kennzeichnete. Bis 1978 stand dort der Felsen "Skarreklit", welcher 16 Meter hoch war und nach Kormoranen benannt wurde, die sich auf dem Felsen niedergelassen hatten. Während eines Sturmes kippte dieser Felsen jedoch um und reicht heute nur noch bis an die Wasseroberfläche.
Während des 2. Weltkrieges war Bulbjerg mit seiner phänomenalen Perspektive ein wichtiger strategischer Punkt für die Deutschen. Daher finden Sie in der Umgebung auch viele Bunker, und am anderen Ende von Bulbjerg befindet sich ein alter Beobachtungsbunker, der als kleines Museum konzipiert ist und einen Besuch wert ist.
Anhand der nachfolgenden Bildergalerie könnt ihr euch einen Eindruck von dem Gebiet machen:
Wir fahren weiter und sind froh, den "Bulbjerg" in aller Ruhe besichtigt zu haben ... denn ... jetzt fängt es mal wieder das Regnen an. Hat ja heute auch noch nicht geregnet ... wird also höchste Zeit.
Allerding müssen wir unseren Tagesplan ein wenig umstellen. Deswegen fahren wir jetzt erst einmal nach Hanstholm und besuchen das "Hanstholm Centeret" (Link) ... ein wirklich kleines Einkaufszentrum. Den Supermarkt durchforsten wir ebenfalls, obwohl wir genau genommen nichts benötigen ... sinnvoll geht anders ... na gut !
In der Zwischenzeit hat draußen der Regen marginal nachgelassen ... so bekommen wir doch noch etwas Hoffnung, unseren nächsten TOP (Tagesordnungspunkt) realisieren zu können ... dazu fahren wir nach "Nr. Vorupør" (Link). Dieser Ort hat für uns eine ganz besondere Bedeutung, hier haben wir uns im Frühjahr 1990 während eines 3-wöchigen Ferienhausurlaubes mit dem "Dänemark-Fieber" infiziert.
Info: "Nr. Vorupør" ist ein gut besuchter, touristisch ausgebauter Ort mit guten Möglichkeiten etwas Leckeres zu Essen zu finden, etwas zu bummeln, zu baden oder einfach am Strand spazieren zu gehen.
Eine der Besonderheiten sind auch hier die Fischerboote, die auf dem Strand zu finden sind:
Nr. Vorupør hat nämlich keinen Hafen – die Boote werde per Seilwinde oder Traktor auf den Strand oder ins Meer gezogen und liegen auf dem Trocknen wenn sie nicht benötigt werden – dem "Nørre Vorupør Landingsplads". Das Ganze funktioniert mit etwa 100 Meter im Meer verankerten Rollen, über die die Seile gezogen werden und damit die Boote auch ins Wasser gezogen werden können.
Zwar ist die Fischerei deutlich zurückgegangen, aber es immer noch einfach frischen, oder durch die ortsansässige Räucherei natürlich auch leckeren geräucherten, Fisch zu bekommen (Quelle: vesterhavet.de)
Aber vielleicht nutzen wir einfach wieder eine Bildergalerie, um unsere Erlebnisse hier zu zeigen:
Während unseres Spazierganges am Landingsplads von "Nr. Vorupør" überkommt uns mal wieder der berühmte "kleine Hunger". Da wir praktisch direkt an dem "Restaurant Vesterhavscaféen" (Link) stehen, in dem wir schon 1990 gut gegessen haben, probieren wir es dort, obwohl der Andrang richtig groß ist.
Wir gehen also rein und schauen uns um ... es sieht verdammt schlecht aus ... da spricht uns eine Bedienung an: wieviel Personen ? Zwei ... antworten wir ... und ruck zuck, Tische etwas gerutscht und schon waren zwei Plätze frei. Das nennen wir doch mal "super Service". Dafür ganz lieben Dank an das Personal vom "Vesterhavscaféen".
Es sollte auch nicht unerwähnt bleiben, dass die Portionen ... in unserem Fall jeweils "Pølsemix" sehr reichlich und wirklich lecker waren. Um es klar zu sagen, man macht nichts verkehrt, wenn man dort einkehrt !
Ach übrigens ... es regnet mal wieder stärker ... *grummel*
In der Zwischenzeit ist es ca. 15:30 Uhr geworden. Es gäbe hier in der Ecke noch viel zu sehen, aber wir suchen jetzt eine passende Bleibe für die Nacht. Da hier in der Ecke keine ansprechenden Plätze zu finden sind, fahren wir noch ein etwas größeres Stück um auf die "Limfjordinsel Mors" zu kommen. Im nördlichen Teil der Insel liegt der kleine Ort "Ejerslev" mit einem gemütlichen Yachthafen und der bekannten "blauen Lagune".
Also nichts wie los zum Stellplatz am "Ejerslev Havn" (Link). Die gut 45 Kilometer legen wir zügig zurück und sind ganz erstaunt, dass hier doch einige Wohnmobile stehen. Wir können noch einen Platz mit Blick auf den Yachthafen ergattern, aber weiter hinten sind auch noch einige freie Plätze mit Blick auf den Limfjord. Die Lage ist also völlig entspannt.
Während Mona strickt und fern sieht, sitzt Rainer am Laptop, bearbeitet Bilder und sichert Daten, steigt aus dem Fahrzeug nebenan ein Mann aus ...
... schaut unser KFZ-Kennzeichen an und fängt das lachen an.
Dann stellt er sich ans Fenster der Dinette, schaut Rainer an und fragt: Sharany ? ... von Sharanys Reisen ???
Rainer lächelt und sagt: Ja ... richtig !
Wir gehen vor die Tür und reden begeistert miteinander.
Die beiden (seine Frau ist mittlerweile auch vor der Tür) sind aus Hamburg und schauen regelmäßig unsere YouTube - Filme
... sind also Fans von uns ... ja verdammt ! Wo sind unsere Autogrammkarten ??? Nein, um Gottes Willen ... so weit lassen wir es nicht kommen.
Wir freuen uns über diese Begegnung und werden sie in bester Erinnerung behalten. Damit ganz liebe Grüße nach Hamburg !
In diesem Sinne: Gute Nacht ... Freunde !