2020: Sommertour durch Dänemark (Teil 4)

--- Tour durch den östlichen Teil von Fünen inkl. Abstecher nach Odense ---

Reisetag 11 im August 2020:

Eigentlich würde heute eigentlich die Stadt Odense auf dem Plan stehen ... aber am Sonntag in die Stadt ? Nein, macht irgendwie keinen Sinn. Deswegen kleine Planänderung: wir fahren um den Odense Fjord herum, lassen die große Stadt rechts von uns liegen und steuern am hohen Ende des Landzipfels, das ist genauer gesagt die Halbinsel Hindsholm, den schönen Ort "Korshavn" an.

Abermals fahren wir durch verträumt schöne kleine Dörfer, hügelige Landschaften und nur mäßiger bis wenig Verkehr auf den schmalen Straßen. Auf den letzten Kilometern zur Spitze hinaus hat man Ausblick auf eine Niedrigwasser-Lagune. Hier liegt "Korshavn", ein perfekter Naturhafen.

In "Korshavn" angekommen stellen wir fest, dass dies wohl ein beliebter Badeort sein muss. Die Ortschaft schmiegt sich im Halbkreis um die davor liegende Bucht ... wunderschön !

Den nun folgenden ausgedehnten Spaziergang zeigen wir euch in der folgenden Bildergalerie (8 Bilder):

Nach fast eineinhalb Stunden später kehren wir zum Wohnmobil zurück. Rainer möchte nun noch gerne den nördlichsten Zipfel der Halbinsel Hindsholm erkunden. Dieser wird "Fyns Hoved" genannt (Der Kopf Fünens).

Geografisch betrachtet ist es aber nicht der nördlichste Punkt Fünens, den hatten wir ja gestern schon besucht. So ist es naheliegend, den Zipfel als das "Nordkap von Fünen" zu bezeichnen, zumal es lt. Informationen aus dem Internet auch noch eine der schönsten Gegenden Dänemarks ist.

Eigentlich wollten wir nur kurz anhalten für ein paar Fotos ... daraus ist ein knapp zwei Stunden dauernder Spaziergang um das Nordkap Fünens geworden. Und eines können wir bestätigen: Es ist eine der schönsten Gegenden Dänemarks !

Vielleicht kann euch die folgende Bildergalerie (15 Bilder) dazu bewegen, euch dieser Ansicht anzuschließen:

Zurück am Wohnmobil sind wir uns schnell einig, dass wir heute genug spazieren waren. Also machen wir uns Gedanken über die mögliche Bleibe für die Nacht. Da für morgen endgültig die Stadt Odense auf dem Plan steht, sollte der Stellplatz nicht weit von der Stadt entfernt sein.

Die Wahl fällt auf einen (ehemaligen) Bauernhof, der heute noch alles mögliche an Tieren hat ... angefangen von Hühnern und Enten bis hin zu Ziegen und einem großen Schwein. So fahren wir also nach Langeskov und finden problemlos den Stellplatz "Kvistgaard Bondegårdsoplevelser".

Auf der Wiese hinter dem Hof ist Platz für mehrere Fahrzeuge und / oder Zelte. Ein mittelgroßes Zelt steht schon auf der Wiese, aber das stört uns überhaupt nicht. Später kommt der fast perfekt deutsch sprechende Besitzer und wir reden eine ganze Zeit über Gott und die Welt.

Wie immer, genießen wir den restlichen Nachmittag und Abend am bzw. im Wohnmobil.

Reisetag 12 im August 2020:

Nach einer ansonsten sehr ruhigen Nacht werden wir morgens durch die Kinderstimmen unserer Nachbarn geweckt. Sie waren definitiv nicht laut, aber eben ungewohnt ...

Da wir heute eh nicht so spät aufstehen wollen, gönnen wir uns in Ruhe ein leckeres Frühstück. Dann heißt es, alle Utensilien einsammeln, aufräumen, Stromkabel einrollen und verstauen ... dann verlassen wir den schönen Hof.

Wie schon im Bericht erwähnt, möchten wir uns heute die Stadt Odense anschauen. Von Langeskov bis nach Odense sind es nur wenige Kilometer, auf Grund von mehreren Staus in der Innenstadt (Bauarbeiten ohne Ende) dauern aber die letzten 3 Kilometer bis zum Parkplatz ein vielfaches als die wenigen Kilometer vorher.

Der im Vorfeld recherchierte Parkplatz "Q-Park VIVA" liegt in Bahnhofsnähe und die Fußgängerzone von Odense ist in wenigen Gehminuten zu erreichen.

Vorbei am "Kongens Have" (Königs Garten) und dem "Odense Schloss" kommen wir binnen weniger Gehminuten zum "Odense Teater", welches direkt am Beginn der Fußgängerzone liegt. Es ist kurz vor 11 Uhr und wenig Betrieb hier. Das gefällt uns schon mal sehr gut.

Jetzt heißt es erstmal sich etwas zu orientieren. Gut dass es heute ein Smartphone mit Navigation auch für Fußgänger gibt ... wir wären hoffnungslos verloren ! Wenig später stellen wir aber fest, dass die Ausschilderung der wichtigsten Sehenswürdigkeiten sehr gut ist. So können wir das Smartphone wieder einpacken ...

Als erstes möchten wir zum Haus von Hans Christian Andersen, das ist der bekannteste Dichter und Schriftsteller Dänemarks. Berühmt wurde er durch seine zahlreichen Märchen.

Kurzbiografie:

Geboren: 2. April 1805, Odense - Gestorben: 4. August 1875, Rolighed - Filme: Arielle, die Meerjungfrau - Kurzgeschichten: Das hässliche Entlein, Der Tannenbaum - Stücke: When the Spaniards were here

Den Weg zu seinem Haus beschreiben wir mit einer kleinen Bildergalerie (9 Bilder):

Derzeit wird in Odense fast kein Stein auf dem anderen gelassen. Neue Verkehrsinfrastruktur und außergewöhnliche Freizeitanlagen für Jedermann erfordern viel Geduld aller Beteiligten ... auch von uns als Touristen, da in den Baugebieten die Ausschilderung irgendwelcher Sehenswürdigkeiten nur mäßig ist.

Wie in einem Bild der letzten Galerie zu sehen ist, wird auch hinter dem H.C. Andersen Haus massiv gebaut. Leider fallen dem Wahnsinn auch einige alte Häuser zum Opfer, was wir persönlich sehr schade finden ... aber was tut man nicht alles für das Schaffen von "Abenteuerlicher Erfahrung" ...

Aber immer der Nase nach führt irgendwann auch zum Ziel ... nämlich zum "Flakhaven", einem großen Platz vor dem Rathaus und einer überlebensgroßen Skulptur namens "Oceania" (Seegöttin Ozeanien).

Auch diesen Weg möchten wir mit einer kleinen Bildergalerie (7 Bilder) beschreiben:

Damit sind wir nun in der eigentlichen Fußgängerzone angelangt, in der "Vestergade", sozusagen die Hauptstraße der Fußgängerzone.

Die Straße, die im Osten bei der Thomas B. Thriges Gade beginnt und im Westen bei Vesterbro endet , enthält viele Geschäfte, darunter z.B. das Magasin - Stormagasin. In den letzten Jahren sind immer mehr Filialisten auf die Straße gekommen, deren Ladenmieten zu den teuersten der Stadt gehören.

Die Vestergade wurde erstmals 1285 erwähnt . Zusammen mit Overgade und Nørregade war es das bevorzugte Wohngebiet der Oberschicht. Die Straße wird auch in Carl Nielsens Memoiren "My Funen Kindheit" erwähnt . In einer Kneipe auf der Straße lernte Nielsen den alten Pianisten Outzen kennen, der vom Wirt vom Gnadenbrot leben musste.

Auf unserem Weg durch die "Vestergade" kommen wir auch zur "Vintapperstræde", welche seit 1977 eine Einkaufsstraße ist.

Nachfolgend eine kleine Bildergalerie (5 Bilder) aus diesem Bereich vom Zentrum:

Mittlerweile ist es schon fast halb eins ... kein Wunder, dass uns der kleine Hunger quält. Wir werden fündig bei einem kleinen Vietnamesen, der vor seinem Imbiss ein paar Tische und Stühle stehen hat. So können wir an der frischen Luft unser Essen genießen. Es war nicht sehr reichlich, aber ganz lecker. Der Preis von ca. 8 Euro geht somit auch in Ordnung.

Wir haben von hier direkte Sicht auf den "Flakhaven" und somit auch auf das Rathaus. Wir sind gerade mit dem Essen fertig und wollen weiter gehen, da sehen wir Menschen, die sich vor dem Rathaus versammeln ...

... wir sind überhaupt nicht neugierig, aber wollen doch wissen, was hier nun abgeht. Also nichts wie hin. Und schon öffnet sich die Türe vom Rathaus und eine bezaubernde Schwanenkönigin kommt in Begleitung ihres Hofstaates vor die Türe.

Ein Mann mit schwarzem Zylinder erzählt oder erklärt einiges, leider können wir es nicht verstehen. Erst später werden wir lernen, worum es hier eigentlich geht ...

Nach etwa 10 Minuten Schauspiel zieht der Trupp von dannen und viele der im Umfeld stehenden Menschen folgen, wohin und warum auch immer !

Ebenfalls an dem großen Platz "Flakhaven" ist der Dom zu Odense, auch die "Sct. Knuds Kirke" genannt, zu finden. Einen Dom kann man sich schon mal anschauen ... denken wir uns. Also nichts wie hinein !

Info über die Sct. Knuds Kirke:

Der Dom wurde im 14. Jh. gebaut. Es handelt sich um eine gotische Kathedrale mit einem hohen und hellen Kirchenschiff. Viele beschreiben sie als das schönste gotische Bauwerk in Dänemark. Der Dom ist nach dem dänischen König Knud der Heilige benannt, welcher 1086 in Odense ermordet wurde. Sein Skelett ist in der Kirchenkrypta zu sehen. Neben Knud sind hier außerdem noch König Hans und Christian II begraben. Der prachtvolle Altar aus dem 16. Jh. ist ein Werk des Schnitzers Claus Berg und ist eine genauere Besichtigung wert.

Auch hier bietet sich eine kleine Bildergalerie an (7 Bilder) um einen Eindruck von der Domkirche zu vermitteln:

Wir verlassen den "Dom zu Odense" und begeben uns etwas ins "Grüne". Hier finden wir den "Eventyrhaven" (Abenteuergarten). Eine große Grünanlage mit schön angelegten Bereichen, vielen Sitzmöglichkeiten und ebenso einigen Spielbereichen für die Kids.

Aber nun kommt des Rätsels Auflösung bezüglich der "Schwanenkönigin" vor dem Rathaus vorhin. Hier werden Schauspiele an einer Burg namens "Hans Christian Andersen" aufgeführt. Die "Schwanenkönigin" hatte sicher die Aufgabe, Besucher hier hin zu locken, um den Schauspiel beizuwohnen.

Auch wir gesellen uns mit ordentlich Abstand hinzu. Das wird auch am Eingang zum Park ausdrücklich per polizeilichem Hinweis angeraten.

Das folgende kleine Filmchen (unbearbeitet) soll einen Eindruck von der Aufführung vermitteln:

Nach dem Ende der Vorstellung spazieren wir gemächlich durch den "Eventyrhaven" zurück ins Zentrum. Wir sind einstimmig der Meinung, dass es genug für heute ist und wir zum Parkplatz zurückkehren sollten.

So passiert es dann auch, vorbei am "Odense Teater" gelangen wir zurück zum Wohnmobil. Wie so fast jeden Tag auf unserer Tour stellt sich die obligatorische Frage: Wo übernachten wir ???

Unsere Wahl fällt auf den Stellplatz an der Marina von Nyborg ... eine halbe Stunde Fahrtzeit, das ist okay, nachdem wir heute so lange auf den Beinen waren.

Zügig erreichen wir den Stellplatz vor dem Yachthafen von Nyborg. Aktuell sind wir das einzige Wohnmobil auf dem durch PKWs teilweise zugeparkten Stellplatzbereich. Leider keine Seltenheit solch ein Fehlverhalten aus Bequemlichkeit oder warum auch immer ...

Wir wissen, dass der Platz kostenpflichtig ist, also suchen wir den Automaten fürs bezahlen. Fündig werden wir gut 300m entfernt auf der Rückseite des Gebäudes vom Hafenmeister. Nicht fündig werden wir bezüglich Entsorgungsmöglichkeit für die Toiletten - Cassette. Wir finden nur eine Absauganlage, die für Boote und große Camper wohl geeignet ist, aber nicht für unsere "kleine" Cassette.

Okay ... es ist nicht zwingend erforderlich, die Cassette zu leeren, aber morgen wäre es schon ganz okay. Zur Not haben wir ja eine zweite Cassette dabei, also ist keine Panik angesagt.

Den Abend verbringen wir im Wohnmobil, hier mögen wir uns mit Tisch und Stühlen nicht breit machen.

Reisetag 13 im August 2020:

Die Nacht war ruhig, so stehen wir morgens gut erholt auf. Wir müssen die Hafenkarte für den Zugang zu den sanitären Anlagen noch am Automaten zurück geben, wir fahren mit dem Wohnmobil hin, um einfach etwas Zeit zu sparen.

Nyborg ist ja bekannt durch die 18 km lange "Brücke über den Großen Belt" (Storbæltsbroen). Der "Große Belt" ist die Meeresstraße zwischen den dänischen Inseln Fünen (dänisch Fyn) im Westen und Seeland (dänisch: Sjælland) im Osten. Der Große Belt ist bis zu 60 m tief, 20 bis 30 km breit und im engeren Sinne 70 km lang.

Auf jeden Fall ist die Brücke einen Besuch wert, zumal es unter der Brücke eine Aussichtsplattform geben soll. Das hört sich interessant an. Unterhalb der Schnellstraße E20 ist ein größerer Parkplatz (gesehen mit Google Maps), von dort aus sind es nur wenige 100 m zu laufen.

Also verlassen wir den Hafen von Nyborg, durchfahren das Zentrum der Stadt und halten uns in östliche Richtung unter Vermeidung der E20 ... so kommen wir problemlos zu dem Parkplatz, zumal vor diesem auch noch ein Rasthof mit Tankstelle ist.

Natürlich haben wir von unserem Spaziergang zur Brücke ein paar Fotos gemacht, die wir euch nicht vorenthalten möchten. Hier eine kleine Bildergalerie (9 Bilder):

Wir spazieren zurück zum Parkplatz, der übrigens auch als Übernachtungsplatz für Wohnmobile benutzt werden darf (Parkzeit 25h).

Unser nächstes Ziel soll die im Süden von Fünen liegende Stadt Svendborg sein. Über die Straße 163 haben wir eine gute Verbindung dorthin und erreichen zügig das Städtchen. Ein Føtex Supermarkt ist unsere erste Anlaufstelle. Wir können wieder so einiges gebrauchen. Im Vergleich zum Føtex von Ribe ist dieser aber nicht so schön und nicht so gut sortiert. Aber das was wir brauchen, haben wir gefunden.

Dann geht es auf die Suche nach einem Parkplatz für unser Wohnmobil. Auf einen Stellplatz wollten wir noch nicht zwingend, aber ein zentrumsnaher Parkplatz wäre gut. Trotz mehrerer "Stadtrundfahrten" keine Chance ... also weiter im Plan: wir steuern die "Insel Langeland" an, die über mautfreie Brücken zu erreichen ist.

Damit endet hier der vierte Teil des Reiseberichtes. Weiter geht es zum nächsten Teil mit dem folgenden Aktionsbutton:

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