2016: Västergötland und Småland (Teil 5)

Einen Überblick über den fünften Teil der Sommertour 2016 können Sie sich über folgenden Link machen:

Die Karte enthält sowohl die Route, als auch ergänzende Links zu den Sehenswürdigkeiten, sowie unsere besuchten Stell- bzw. Übernachtungsplätze

Gränna Zuckerstangen

Gränna Zuckerstangen

Montag, 08.August 2016 (Fortsetzung):

Mittlerweile ist es schon fast 16 Uhr. Wir machen uns Gedanken über die Bleibe für die Nacht. Im Großraum Jönköping ist es mit Stellplätzen schlecht bestellt. Wir fahren durch die Stadt und halten die Augen offen, ohne Erfolg. So folgen wir der E4 stadtauswärts in Richtung Gränna.

Die Stadt der Zuckerstangen ist uns ja bestens bekannt. Aber wir wollen nicht nach Gränna, sondern nach Röttle By. Einem sehenswerten kleinen Ort mit einem Wasserfall und kleinem Yachthafen. Der Parkplatz dort hat eine Toilette und eignet sich gut für eine Nacht.

Bevor wir uns den Ort näher ansehen, speisen wir zu Abend. Einfaches Essen heute: Schnitzel mit Kartoffelsalat.

Dann spazieren wir los. Der malerische Ort fasziniert immer wieder. Ein Regenschauer überrascht uns auf dem Weg zum kleinen Yachthafen, aber schnell ist die Sonne wieder da.

Zurück am Wohnmobil genießen wir heute mal den funktionierenden Fernseher, kein Baum stört den Empfang ;-)

Hinterhof in Gränna

Hinterhof in Gränna

Dienstag, 09.August 2016:

Wenn man davon absieht, dass wir irgendwann nach 23 Uhr von einem Wohnmobilisten geweckt wurden, weil der eine gefühlte Ewigkeit brauchte, um sein Wohnmobil auf den Millimeter genau auszurichten, haben wir eine ruhige Nacht hinter uns, als wir um 9 Uhr am Frühstückstisch sitzen.

Für heute steht als Erstes das kleine Städtchen Gränna (am Vättern See) auf dem Plan. So fahren wir zuerst die wenigen Kilometer von Röttle nach Gränna und suchen dort einen Parkplatz. Nicht einfach in dem belebten Örtchen … aber wir werden in einer Seitenstraße fündig.

Als erstes spazieren wir zur Kirche. Leider ist diese geschlossen, so dass nur Außenaufnahmen möglich sind. Dann schlendern wir die belebte Hauptstraße entlang, schauen in das eine und andere Geschäft hinein, aber außer dem bekannten „Gränna Knäcke“ kaufen wir diesmal eigentlich nichts.

Frisörladen in Eksjö

Frisörladen in Eksjö

Zurück am Wohnmobil überlegen wir, wie es weiter gehen kann. Von der Tourplanung her haben wir bis auf einen Punkt alles „abgearbeitet“, so bleibt noch Luft für ungeplantes. Nach ausführlichem Studium der Landkarte entscheiden wir uns dafür, in das småländische Städtchen Eksjö zu fahren. Diese „Trästaden“ (Holzstadt) ist uns auch von einer früheren Tour bekannt und im Gegensatz zum gestrigen Hjo eine wirklich sehenswerte Holzstadt, die Museumscharakter hat. Vor allem ist es nicht nur erlaubt, sondern sogar erwünscht, in die Vielzahl der Hinterhöfe hinein zu schauen.

So ein Spaziergang macht hungrig, wir landen mal wieder bei einem Chinesen zum Lunch-Buffet. Diesmal eine wirklich gute Entscheidung für die 89 SEK (ca. 9,50€) pro Person. Das Buffet ist reichhaltig und wirklich von guter Qualität. Gut gesättigt setzen wir unsere Runde fort und schauen uns noch in Ruhe die letzten schönen Eckchen an.

Trästaden Eksjö

Eksjö, die Holzstadt

Neben Nora (in der Region Örebro) und Hjo (in Västergötland) gilt Eksjö als die dritte Holzstadt Schwedens. Eksjö liegt im Norden von Småland, und zwar am Riksväg 40 zwischen Jönköping und Vimmerby.

Einer der am besten bewahrten Kulturschätze Schwedens. Eksjö hat die Anerkennung Europa Nostra für die erfolgreiche Bewahrung der Bebauung im Ortskern erhalten. Diese Auszeichnung erhielt Eksjö "wegen der hervorragenden Sanierung dieser wichtigen Ansammlung älterer Holzhäuser, die zu einer Wiederbelebung des alten Stadtkernes geführt hat".

Rund sechzig Gebäude in Eksjös Altstadt "Gamla Stan" sind geschützt. Die Geschichte mancher dieser Häuser reicht bis in das 17. Jahrhundert zurück. Der Grundriss dieses Viertels mit engen Gassen, Märkten und Höfen stammt noch aus dem Mittelalter. Das Viertel gilt als einer der am besten bewahrten Kulturschätze Schwedens. Besonders schön ist der Hof Aschanska Gården, in dem eine Gerber-Familie lebte und ihr Lederlager untergebracht hatte.

Stadtwanderung mit Guide oder auf eigene Faust. Im Hochsommer bietet die Touristeninformation von Eksjö Führungen durch die alte Holzstadt an. Es gibt auch ein deutschsprachiges Faltblatt, mit dem man die Stadtwanderung auf eigene Faust unternehmen kann. (Quelle: www.schwedentipps.se)

Ställplats Lyckarp

Ställplats Lyckarp

Dann geht es doch irgendwann zurück zum Wohnmobil. Es ist kurz vor 16 Uhr … schon wieder Zeit, sich über die nächtliche Bleibe Gedanken zu machen. Wir befragen unser Navi nach entsprechenden Möglichkeiten und stoßen auf den „Ställplats Lyckarp“, der nur ca. 9km von Eksjö entfernt liegt.

Recht schnell erreichen wir den leicht im Wald liegenden Stellplatz und bekommen auch noch einen Platz mit Stromanschluss. Dies macht mal wieder Sinn, da wir die letzten Nächte autark gestanden haben und immer wieder nur provisorisch unsere Geräte wie Laptop, Kamera usw. laden konnten. Heute wird sogar der Rasierer mal geladen, so dass alles mal wieder fit ist ;-)

Leider liegt der Platz direkt (ca. 100m) neben der Bundesstraße, so ist ein gewisses Geräuschniveau da. Mal sehen, wie sich das in der Nacht entwickelt …

Parkplatz vor Ullared

Parkplatz vor Ullared

Mittwoch, 10.August 2016:

Trotz des unüberhörbaren Verkehrs von der Durchgangsstraße haben wir recht gut geschlafen und stehen auch schon kurz nach 8 Uhr morgens auf. Nach dem Frühstück noch die Ver- und Entsorgung des Wohnmobils, dann fahren wir auch schon los.

Wir wollen uns heute langsam dem Ort Ullared nähern. Wir haben kein spezielles Zwischenziel festgelegt, wir wollen uns treiben lassen. Aber irgendwie kommt alles anders. Jedes Mal, wenn wir mal irgendwo anhalten wollten, regnet es in Strömen. Aber auch auf der Strecke macht es stellenweise keinen Spaß. Kräftiger, ja teilweise stürmischer Wind, verbunden mit teilweise wolkenbruchartigen Regenschauern vermiesten die Lust am Fahren.

Gekås - endlose Schlange

Gekås - endlose Schlange

So kommt es, dass wir völlig ungeplant schon kurz nach 13 Uhr in Ullared eintreffen. Etwas außerhalb des kleinen Ortes ist ein großer (tagsüber kostenloser) Parkplatz. Von dort aus findet alle 20 Minuten ein Bustransfer zum wohl größten skandinavischen Supermarkt statt: Gekås Ullared.

Wir nutzen diese Möglichkeit und freuen uns auf das Shoppen. Aber auch hier der Haken: die Menschenschlange vor dem Supermarkt war geschätzt mindestens 500m lang. Grob geschätzte Wartezeit bis zum Einlass: ca. 30 Minuten. Zuviel für Rainer … er streikt ! Und außerdem: ohne Mampf kein Kampf, so gehen wir erst mal etwas Essen. Eine gute Entscheidung, denn dann ist die Schlange nur noch knapp 100m lang und nach knapp 5 Minuten sind wir drin. Es gibt wohl nichts, was es hier im Supermarkt nicht gibt. Wir bummeln über zwei Stunden durch die mehr oder weniger überfüllten Gänge und stecken dann doch einiges in den übergroßen Einkaufswagen.

Vor allen Dingen Kleidung. Die meisten Sachen kosten hier pro Teil weniger als 20 Euro. Man muss allerdings wissen, dass das alles in China produziert wird. Bei den Lebensmitteln sind die Preise nicht so wirklich günstig, haben wir vergleichbar auch in anderen Supermärkten so gesehen.

Einkaufen im "Gekås Ullared"

Gekås Camping

Gekås Camping

Die Wartezeit an der Kasse ist erträglich und wir laufen wieder zur Busstation. So kommen wir wieder zügig zum Parkplatz zu unserem Wohnmobil. Wie weiter ? Noch viel fahren hat um 17:30 Uhr keinen großen Sinn für uns. So entscheiden wir uns für den Campingplatz hier am Ort. Naja … wir bezahlen 240 SEK (ca. 26 Euro) für einen fickelranzekrummen und nassen Platz, der außerdem eigentlich zu klein für unser Wohnmobil ist. Nur mit den Ausgleichskeilen und den Bremskeilen bekommen wir das Fahrzeug halbwegs auf dem nassen Rasen ausgerichtet.

Aber für die eine Nacht soll es mal gut sein …

Es wird Zeit für das Abendessen und einen ruhigen Tagesabschluss. So machen wir es uns im WoMo gemütlich und beobachten das Treiben draußen auf dem Campingplatz. Mal sehen, wie es hier um die Nachtruhe bestellt ist ;-)

Damit endet hier der Bericht über den fünften Teil unserer Reise. Weiter geht es mit dem Teil sechs und im Zickzack - Kurs durch Halland:

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